Tourplanung dank Telephon

Diesmal muss ich doch mal ein Loblied auf das Smartphone singen, dass ich seit einigen Monaten mein eigen nenne. Das Nexus 4 Google phone ist ein wirklich brauchbarer und robuster Begleiter, derzeit bestes Planungsgerät durch Italien und Schottland. Wer hätte das gedacht, die meisten Apps funktionieren tadellos, die Bedienung ist wunderbar intuitiv und leichtgängig. Dabei ist das Telephon leicht und elegant, vielleicht nicht das kleinste, aber sicher auch nicht das voluminöseste auf dem Markt.

Tourplanungen sind dank Googlemaps, offline aber vor allem dank Maps with me kein Problem, in den meisten Unterkünften gibt es ja inzwischen WLAN. Einziges Manko hier: In Italien, wie auch in Schottland gibt es an öffentlichen Orten sehr wohl Internet, dieses ist aber offenbar ausschließlich (soweit getestet) mit simkarten einheimischer Hersteller möglich.

brrrh kalt und nass

Das diesjährige Chaos Camp in Finowfurt verhält sich fast, wie das letzte: Es regnet. Heute ununterbrochen, leicht und stetig so dass man das Zelt nur verläßt, weil die Stromverteilerkästen alle voll sind und man irgendwann doch Strom für seine Rechner benötigt. Für fast alles andere gibt es gut verteiltes WLAN, livestreams von den zum Teil recht überfüllten Vorträgen, da kann man ebensogut im Zelt den Tag verdaddeln. Wenn man denn die richtigen Sachen eingepackt hätte. Man ist doch immer wieder überrascht, was man alles für 5 age zelten vergisst, was man für 5 Wochen NIE vergessen würde. Naja. Damit das nicht nochmal passiert und weil man mit dem Problem nicht allein ist gibt es im Netz einen Packlistgenerator. Jawohl, der einem sagt, was man alles mitnehmen muss. Nur an extra Decken scheint auch dieser Generator nicht zu denken. Aber was will man beklagen, man ist mit dem Problem ja nicht allein, zum Glück geht es allen so. UND das Wetter wird besser. Bestimmt morgen, sonst sicher beim nächsten Camp.

Radfahren im Winter

Irgendwie ist es lausekalt in der Stadt und Schnee liegt außerdem. Eigentlich Gelegenheit (wenn man kann) zu Hause zu bleiben und zu lesen, was seit Monaten dazu auf einem Stapel liegt. Stattdessen muss man aber trotzdem raus, in überfüllte Bahnen und Busse, denn zum Fahrradfahren liegt einfach zu viel weißes Zeug draußen. Zumal in Berlin grundsätzlich radwege nicht geräumt werden und bereits im Dezember das Streugut alle war. Trotzdem, ein wenig denkt man sich schön wäre es doch, denn die Straßen sind erstaunlich leer (zumindest zu gewissen unchristlichen Zeiten). Bleibt das Problem der Glätte. Wie komme ich also auf dem Alupferdchen durch den Winter, ohne mir alle Knochen zu brechen?  Immerhin, das Netz scheint einige Hinweise zu geben.

Wobei ich mir nicht sicher bin, wie gut das mit den zip-ties funktioniert…wie soll man da bremsen, ohne sich dieselben zu versauen? Ein besseres Manuel scheint es auf der Seite zu geben. Gespikete mäntel sind soweit klar, ich hab mir von einem sagen lassen, dass er seitdem wieder Vertrauen zum befahren von Eisflächen in Berlin (genannt Straßen) hat…nur dumm, dass sich derselbe beim radfahren das Schlüsselbein gebrochen hat, denn auch wenn er nicht schlingert, gibt es immernoch Straßenbahnschienen und verantwortungslose Autofahrer mit Sommerreifen.

Vielleicht vieleicht…mal sehen. Als Brillenträger kommt ja auch noch dazu, sich möglichst dick einzupacken (auch gesichtswärts), ohne dass die Gläser ständig bechlagen sind…die letzte Aktion dieser Art endete eher unangenehm an einem Poller neben dem Radweg, der irgendwie stärker war, als mein Knie…also wer weiß, ob ich hier noch Radfahre.

Sterne kucken

Wenn man nur Zeit hätte, das alles wirklich zu lesen und zu kucken.

Die Universität von Nottingham hat unter der URL sixtysymbols.com viele kleine, sehr verständlich und vor allem begeistert gemachte Videos ins Netz gestellt, die einem alles Mögliche zum Thema erklären, von Winkelgeschwindigkeit über die Planeten des Planetensystems bis zu (warum auch immer) die akustischen Eigenschaften von Vuvuzeelas.

Ein sehr nettes Werkzeug zum Sternekucken gibt es von Hnsky. Es ist immer ein bischen schade, dass man in großen Städten so unglaublich wenig sieht, auf der anderen Seite ist man ein bischen erschlagen von der Fülle an Informationen, die man auslesen kann.

Island…reisen

Wer irgendwo festsitzt und gerade nicht wegkommt, dem wird spätestens seit diesem Monat Island ein Begriff sein, weil die Aschewolke des Eyjafjallajökull einmal quer über Europa zieht. Man könnte einen Diskussionsfaden aufmachen, ob es jetzt sinnvoll ist, unter der Wolke zu fliegen (wie die 50 Flüge ) oder das Risiko verstopfter Turbinen in Kauf zu nehmen oder sonstewie, ich frag mich allerdings wirklich, warum die Reisenden, wenn sie seit anderthalb Wochen nicht nach Hause kommen noch nicht auf die Idee gekommen sind, es mal ernsthaft mit dem Land und Wasserweg zu versuchen? Inland ist ja klar, die Bahn meint ja auch, dass sie voll ist. Aber Ausland? Warum kommt Tina Groll in Dehli nicht auf die Idee zur Küste zu fahren und wirklich zu reisen? Per Schiff? Aber heutzutage wollen die Menschen (und informationshungrige Journalisten) ja innerhalb von 48h am Ziel ihrer Wünsche sein. ok. Und langsam reisen ist auch anstrengend. Aber spannend. Und dann hätte sie immerhin eine Geschichte zu erzählen, die die Zeit auch abdrucken würde ohne, dass es Seitenlang dämliche Kommentare regnet.

Was ich aber eigentlich sagen wollte: Wenn ich nicht gerade anderweitig eingespannt wäre, würde ich heute noch nach Island fahren, um DAS (und DAS) zu sehen. Die Route könnte sich entspannt gestalten: nach Esbjerg mit dem Zug (1x umsteigen) und per Schiff innerhalb von 2 Tagen nach Seydisfjördur.

Was will man sagen…leider kommt mir gerade anderes dazwischen.

Update: Natürlich hab ich keinen Augenblick daran gedacht, dass es ja Transitreisende gibt. Hierzu ein äußerst kluger Artikel hier.
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Weil es offenbar niemand in den Medien auszusprechen weiß:

Eyja-fjadla-jö-küdl

(offenes ö, sehr kurzes ü, doppelte ls werden im Isländischen meist zu „dl“)