Mind Palace anschaulich

In einem der Artikel dieses Jahres habe ich mich ja mit Lernstrategien und Kreativität beschäftigt. Keine schlechte Idee, dachte ich, denn was ist besser, als in weniger Zeit mehr zu lernen? Aber aus den Videos bei Coursera wie auch aus Büchern wie Mind hacks ist zwar die Theorie ganz gut ableitbar, jedoch nicht, wie man es praktisch wirklich umsetzen kann. So fängt man zwar mit viel Enthusiasmus an, scheitert aber schon an der ersten Hürde und fühlt sich wieder auf Punkt 0 zurückgeworfen.

Jetzt bin ich zumindest einmal über einen TED-Talk gestolptert, der das etwas anschaulicher beschreibt und mit dem Publikum zusammen ein paar Assoziationsketten baut.Und interessanterweise (ich schreibe diesen Eintrag einen Tag nach Anschauen des Videos): Die Assoziationen funktionieren immernoch. Hier also zum anfangen und Strategiegeben: Mind palace anschaulich, vorgestellt vom schwedischen Gedächtnismaster Idriz Zogaj.

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DNA bindende Moleküle

An DNA bindet alles mögliche. DNA, RNA, Proteine verschiedener Klassen und Funktionalitäten, eine Menge an Molekülen, die täglich mehr wird und schier unübersehbare Möglichkeiten biologischer Funktionalität nach sich zieht. Wie soll man da als Wissenschaftler den Überblich behalten oder gar eine vernünftige Analyse starten?

Cistrome ist in erster Linie eine Datenbank in die die Rohdaten einer Unmenge an quantitativ gewonnenen experimentellen Daten beinhaltet. Und diese Daten beziehen sich ausschließlich auf DNA bindende Moleküle, also in der Methode ChIPseq, ChIP-chip oder ähnliches. Die graphische Aufarbeitung ist phänomenal einfach und intuitiv, so dass man sehr schnell zu den Daten kommt, die man bearbeiten möchte. Man kann sich einzelne Datensätze vergleichend zueinander bereits auf der Seite selbst darstellen lassen, allerdings geben einem die gesetzten links auch die Möglichkeit, die Rohdaten aus den öffentlichen Repositories bequem auf den heimischen Rechner herunterzuladen.

Ich habe selten eine so schöne Datenbank im Netz gesehen, man kann nur hoffen, dass die Förderung für dieses Datenbankprojekt noch sehr lange besteht, um die Seite am laufen zu halten. An dieser Stelle wäre es wirklich angebracht, einen Unterstützungsbutton einzubauen, damit man als interessierter Wissenschaftler dieses Projekt auch finanziell unterstützen kann, schließlich profitiert man ja selbst sehr von solch durchdachten Konzepten.

Antibiotika aus Insekten

In Zeiten, da es in Kliniken immer wieder zur Entwicklung multiresistenter Keime kommt fragt man sich unwillkürlich, wenn man das nicht schon verhindern kann, wie weit eigentlich die Forschungslandschaft mit der Entwicklung alternativer Antibiotika ist. Bekannt war bis bisher vor allem, dass neue Antibiotika in Pilzen entdeckt werden, was naheliegt, da die bisher verwendeten ja ebenfalls aus diesem Zweig der Lebewesen stammen. Neu war mir, dass man zunehmend auch anhand von Insekten neue Wirkstoffe generieren kann, und nicht nur reine Antibiotika. So finden sich zum Beispiel auf den Flügeln einiger Fliegenarten Strukturen, die so spitz sind, dass sie Bakterienwände punktieren und damit Bakterien zerstören können. Eine mechanische Alternative zur Oberflächenbeschichtung, wenn man an entsprechenden Stellen nicht mit Antibiotika oder ähnlichem arbeiten möchte. Man kann sich in dem Zusammenhang zumindest neues Laborequipment vorstellen, bei dem man davon befreit ist, ständig mit der chemischen Keule zu agieren, nur um diese keimfrei zu halten.

Eine kurze Einführung zum Thema Antibiotika aus Insekten findet man unter anderem in einem kleinen Video der deutschen Welle, in dem eine Gruppe aus Giessen vorgestellt wird, deren Forschungen zu potentiellen neuen Antimalariamitteln führen könnte.In der Pubmed gibt es unter dem entsprechenden Suchbegriff immerhin schon mehr als 20 Publikationen, unter anderem mit Forschungsergebnissen aus Küchenschaben und Heuschrecken. Ich bin gespannt, wie sich das Feld dieser Forschung in den kommenden Jahren weiterentwickelt.

Jaja, aus Fehlern wird man klug…

Es ist ja kein Märchen, dass man beim Erlernen neuer Sachen keine Perfektion an den Tag legen kann, solange man die Grundbegriffe noch nicht beherrscht. Trotzdem schleicht sich der fiese Perfektionismus immer wieder gerne mitten in den Lernprozess und verlang an den unmöglichsten Stellen ein höher, schneller und weiter von uns, ohne Rücksicht darauf, dass man eben nicht wie in Limitless nach 4 Tagen schon Klavierspielen kann. Aber letztendlich ist es ja auch so, dass wir es meist nicht anders mitbekommen haben, denn was wird denn in der Schule oder auch anderswo belohnt: schnelles Adaptieren von vorgegebenen Vorgängen, am besten die perfekte Sofortkopie. Am besten das „mach doch mal schnell “ …(irgendwas, das man zum ersten oder zweiten Mal macht, aber irgendjemand anders in der Gruppe etabliert hat)…

Nun ist es aber auch wissenschaftlich verbrieft, dass Fehler nicht nur zum Lernprozess dazugehören, sondern innerhalb dieses essentiell sind, Es ist nur eine Frage dessen, wie man damit umgeht. Fehler zu machen und dann noch einmal die gleichen ist nicht zielführend,aber sich an bereits gemachte Fehler erinnern und die Lösungsstrategie entsprechend anpassen funktioniert tatsächlich. Es dauert anfangs etwas länger, spart aber später Zeit, wenn man genug gelernt hat. Schade nur, dass es damit in unserer Gesellschaft nicht weit her ist, die ja, siehe oben, gern Sofortperfektionismus praktiziert. Kein Wunder, dass dann Ergebnisse oder überhaupt Protokolle validiert werden können, egal was der zitierte Artikel hochtrabend von Wissenschaftlern behauptet.