Archive for Juli, 2010

Anglizismen in der Biowissenschaft

Posted in Bio und Tech, Notizen on Juli 27th, 2010 by xipulli

Das leider nicht ganz online zu lesende Gespräch mit Herrn Hoberg (letzte FAS) hat mich wieder auf ein Thema gestoßen, dass ich irgendwann schonmal im Affekt einer Grübelei über dem langen Text der noch fertig zu machen ist dazu verleitete, einen Artikel unter dem oben genannten Titel anzulegen. Anglizismen in der Biowissenschaft. Nachtijall, ick hör Dir trapsen, welche Studenten haben sich nicht neben mir die Zähne daran ausgebissen, “Laborjargon” in ordentliches Deutsch zu übersetzen. Leider mit nur mäßigem Erfolg. Ich stimme Herrn Hoberg und meinem sprachlichen Korrektor insofern zu, als dass man als Wissenschaftler fähig sein sollte, einen Forschungsgegenstand in der eigenen Muttersprache zu erklären denn eigentlich kann man nur dann davon ausgehen, dass derjenige es auch wirklich verstanden hat. Die Ausrede, dass dieses oder jenes Ding, das man sich angeeignet hat eben nur auf englisch verfügbar war ist bei vielen nur eine Ausrede: Auf Englisch hört es sich eben meist viel attraktiver an, Fakten aufzuzählen. Wehe dem nur, der es wagt nachzufragen und bittet, in größere Zusammenhänge einzuordnen,da fehlen oft plötzlich die Begriffe (und eigentlich auch die Gedanken, ergo das Wissen). Also ja, auch wenn es schwerfällt und einem den letzten Nerv raubt, man sollte in der Lage sein, englische Fachbegriffe in den meisten Fällen durch deutsche (resp. andere Muttersprache) zu ersetzen. Das fällt auch ziemlich leicht, solange es entsprechende Übersetzungen gibt (ganz einfaches Bsp: DNA/RNA-DNS/RNS) oder man glycerol Glycerin schreiben kann. Aber was mach ich denn mit Worten, die im Englischen erfunden wurden? Der griffige Unterschied zwischen Knockdown und Knockout zum Bsp. ist ja, dass nicht nur die Unterscheidung von transienter zu konstitutiver Hemmung von Genen (Expression/Translation ect.) damit gemeint ist, sondern meist auch eine völlig unterschiedliche Methode. Knockdown: siRNA-vermittelt, konstitutiv- in einem Vektor und in die Zellen transfiziert oder sonstwie fürs transiente (vorübergehende) Hemmen. Knockout: geht auch über Vektoren. AAABER viel lieber wird, zumindest in niederen Organismen mittels Knockoutkassette oder gezielter Mutation an der entsprechenden Stelle das komplette Gen ausgehebelt und unbrauchbar gemacht. Nun schreib das mal genauso kurz wie Knockdown oder Knockout. Auch Scaffold proteine beschreiben etwas anderes, als Gerüstproteine/Hüllproteine, da es eigentlich um beides geht: Gerüst geben, um alle beteiligten Moleküle (zum Bsp die Elemente einer Signalkaskade) in räumliche Nähe zueinander zu bringen. Aber auch Hülle, da die Proteine eine Schutzfunktion ausüben. Griffiger bleibt das englische als Begriff, weil es beide Bedeutungen vereinen kann. Ich wäre jedenfalls nicht abgeneigt, bestimmte Begriffe ihrer herablassenden Bezeichnung als “Jargon” zu entledigen und gleichberechtigt in die wissenschaftliche Sprache auch im Deutschen zu übernehmen. Weiter Beispiele herzlich willkommen.

Loveparade-Panikforschung

Posted in Bio und Tech, Politik und Gesellschaft on Juli 27th, 2010 by xipulli

#Loveparade - Ich bin so schockiert. Hier mal ein Vergleich:

Ohne Zweifel! Zur Zeit überwiegen die Berichte über die gegenseitigen Schuldzuweisungen, oder schlimmer: Kommentare dummer Menschen, die nichts weiter können, als der Szene Partygedöns vorzuwerfen ohne zu wissen, was sie da sagen. Derweil mischt sich verständlicherweise in die Trauer um die Toten und Verletzten auch der Abgesang auf die Parade an sich. Zeit, sich trotzdem auch zumindest in Verlinkungen mit dem Forschungsgegenstand zu beschäftigen:
Immer wieder kommt es bei Massenveranstaltungen zu Paniken, die Haddsch ist ein früher regelmäßiges, nach vielen Verbesserungen nun nur noch extrem seltenes Bsp., wie Helbig oben sagt. das gleiche gilt für Stadien, Demonstrationen, die Ostermesse in Rom und so weiter. Letztlich geht es um die Zergliederung von Menschenmassen, die ab einer bestimmten Menge nunmal Schwarmverhalten aufweisen, in kleinere Gruppen bei begrenztem Platz und sonst maximalem zur Verfügung zu stellendem Platz für sich bewegende Massen. Denn Platzmangel führt zur Panik. Auch der Forscher Schreckenberg hat nicht nur zu Staus publiziert, sondern arbeitet maßgeblich auch an Projekten, die explizit auf das Führen von Fußgängerströmen ausgelegt sind. Man sollte ihm also trotz der hochkochenden Gefühle in den ersten Stunden nach den Ereignissen seine Kompetenz nicht absprechen, zumal er inzwischen darauf hinweist, dass in seinem Modell viele Faktoren nicht berücksichtigt wurden, weil keine Kenntnis vorlag und sich auch sonst nicht an vorliegende Pläne gehalten wurde. Seine bisherigen Studien zu Bewegungen an Flaschenhälsen waren daher nicht einmal ansatzwiese anwendbar. Soll das heißen, keine Schuld trifft den Forscher? die Frage wird zu klären sein, bis zu welchen Zeit und Organisationspunkt er in das Gesamtprojekt eingegliedert war, wann von wem entschieden wurde am falschen Ende zu sparen (Überwachung, Personal), wer alles für die Genehmigung am Tag der Parade zuständig war und wer wann die falschen Entscheidungen auf der Parade getroffen hat.

Sag mal…irgendwie schreibst Du wie

Posted in Notizen on Juli 25th, 2010 by xipulli

Man hat mir diesen link zu dieser Seite zugespielt und natürlich konnte ich nicht umhin, sie mal auszuprobieren. É voilà:

I write like
Edgar Allan Poe

I Write Like by Mémoires, Mac journal software. Analyze your writing!

Sieh mal einer an. Das ist interessant, gilt aber nur testweise für ein paar kurze Sätze, sowie ein bestimmter Teil einer bestimmten Arbeit.

Übersetzen wir dochmal das ganze ins englische, muss man ja sowieso und schauen, was dann dabei entsteht:

I write like
William Gibson

I Write Like by Mémoires, Mac journal software. Analyze your writing!

Beides recht witzig. Aber eigentlich kann ich mir nur erklären,dass die Stilzuordnung im englischen vielleicht etwas mit der Häufung bestimmter Fachtermini zu tun hat. Und ehrlicherweise ist die Seite auch auf englische Texte ausgelegt. Trotzdem fühlt sich der geneigte Autor geehrt, ignoriert seine Zweifel und sitzt fleißig am bald erscheinenden Cyberpunkroman in Balladenform. Titel: The fall of the house of DNAromancer.

Gegen das Vergessen dokumentiert:Hate crimes

Posted in Politik und Gesellschaft on Juli 8th, 2010 by xipulli

Auch dieses Jahr war der CSD schön und bunt und ausgelassen. An den Tagen solcher Feierlichkeiten kommt kaum jemand auf die Idee, nachzufragen, warum man das eigentlich Jahr für Jahr macht. Für die Touristen der Stadt und sicher auch für die meisten Einheimischen ist es einfach nur ein exotischer Umzug, bei dem lustig (mehr oder weniger) angezogene Leute beiderlei Geschlechts sich mit einerlei Geschlecht zu möglichst lauter Musik vergnügen. Man vergisst so leicht, wie ernst das Anliegen ist, es sei denn man kommt an den versprengten Häuflein russischer und polnischer Teilnehmer vorbei, die sich nur außerhalb ihres Landes offen trauen können Flagge zu zeigen.
Ohne Frage, die Lage der Homo-, Bi-, Inter,- Sonstwiesexuellen hat sich über die Jahre sicher gebessert und man fragt sich, ob die folgenden Verlinkungen nicht nur dadurch zustande kommen, dass es eine erhöhte Aufmerksamkeit in der Gesellschaft gibt. Das eben die folgenden Dinge nicht mehr totgeschwiegen werden und “einfach nicht passiert sind”.

Wie bereits notiert haben sie ja in Uganda die Todesstrafe für Homosexualität eingeführt. Diese kann auch Leute aus dem Umfeld treffen sofern sie von der Homosexualität einer Person wissen und darüber schweigen. Kein Wunder, dass nun zur Hexenjagd geblasen wird und es die ersten grausigen Opfer gibt. Oder gibt es eine vernünftige erklärung, warum dieser junge Priester enthauptet und sein Kopf in einer Latrine gefunden wurde? Warum es in Rom immer aufs neue Angriffe auf Homosexuelle gibt und dann ausgerechnet in einer Tourigegend wie Trastevere? Warum in den USA homosexuelle Lehrer am unterrichten gehindert werden, aus Angst, sie könnten die Kinder anstecken? Warum die Jagd auf Homosexuelle im Irak unter den Augen des britischen und amerikanischen Sicherheitsapparates überhaupt passierne konnte?

Es sind Tropfen auf überheiße Steine, einen Artikel wie diesen zu lesen, wo ein homosexueller Cop einen Gay-Basher verhaftet oder diesen, in dem notiert wird, dass die intersexuelle Südafrikanerin wieder als Frau starten kann (wäre auch was zum Thema gendoping…das war ihnen diesmal vielleicht doch zu heiß, nachdem die Inderin aus dem letzten Jahr sich versucht hatte umzubringen)

BTW: Über die Proposition 8 und den Einfluß der Mormonen bei der Entscheidung gibt es jetzt einen Dokumentarfilm

Richtigstellung: Gerade erreicht mich die Nachricht, dass der in Uganda ermordete Priester keinesfalls schwul war. Ein geradezu ekliger Hoax, da er denjenigen in die Hände spielt, die behaupten, die Homosexuellen verbreiteten Lügen.

egoistische Maschinchen

Posted in Bio und Tech, Notizen on Juli 6th, 2010 by xipulli

das gleiche gibts auch biologisch…quasi:

irgendwie sind sie ja niedlich, nicht?

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