6 Gedanken zu „künstliches Chromosom

  1. Ich wollte „Qual“ schon lange mal lesen. Du hast immer so spannende Sachen davon erzählt. Leihst du es mir mal?
    Ich stell mir das mit dem Schreiben von Genom-Code aufgrund vorhandener Basen irgendwie so vor, wie das Programmieren von Programmen mithilfe von Code-Bibliotheken. Ist das so? Ansonsten sollte doch herauszufinden sein, wer Venters Geldgeber ist. Darüber müßte es doch Quellen geben…

  2. Klar! Aber ich muss Dich insofern vorwarnen, als dass es vom Schreibstil eher in Richtung Stephenson, als in Richtung Eco geht 😉

    Ich denke, mit Deiner Vorstellung von „Code-Bibliotheken“ hast Du ziemlich Recht, so kann man das ungefähr sehen. Beim Chromosomenbasteln dürfte aber nicht sosehr das Problem sein, dass Du (wie beim Programmieren) Dich zwischendurch in irgendwelchen Schleifen festhängst oder zu einem Punkt gesprungen wird, den Du gar nicht wolltest sondern ausschlaggebend dürfte hier die Gesamtstabilität des produzierten Codes sein, im Sinne von physikalischer Integritätswahrung (mit stabilen Enden und Mittelstücken und so, ohne die Ablesefähigheit zu beeinträchtigen versteht sich) Das ist dann schon ein bischen diffizil. Im Netz (irgendwo bei den Datenbanken auf dieser Seite verzeichnet) gibt es aber auch schon genug tools zum Basteln eigener Expressionsplassmide, was ja auch genetischer Code ist, nur eben von Bakterien. Man ist also gar nicht soweit weg vom Chromosom – wissenstechnisch – wie es viellicht den Anschein hat, allerdings ist mir der Nutzen eines Expressionsplasmids durch den alltäglichen Gebrauch doch weitaus einleuchtender.

    Was Geldgeber angeht: Da es sich hier um freie US-amerikanische Wirtschaft handelt bin ich mir nicht sicher, inwieweit es möglich ist, Geldgeber eines Projektes genau zurückzuverfolgen…

    update zu beiden Aspekten folgt zu gegebener Zeit.

  3. Also bei den Code-Bibliotheken geht es in gewissem Sinne auch um die Stabilität des entstehenden Gesamtcodes. Es ist ja so, dass neuer Code immer genau auf Sicherheitslücken geprüft werden muß und das macht ne Schweinearbeit, deshalb verläßt man sich auf Code, der sich schon öfter bewährt hat. Inwieweit man von Bewährung bei Genom-Code sprechen kann, ist aber wohl fraglich. Außerdem dachte ich, dass das mit der Entschlüsselung sowieso relativ ist und man doch noch gar nicht so genau weiß, was eigentlich wie wechselwirkt, etc. Ist eine „Eigenprogrammierung“ dahingehend nicht sehr riskant?

    Zum Thema Geldgeber hat Fefe gerade einen Leak verlinkt, in dem der Grant-Code für NSA-Forschungsausschreibungen presigegeben wurde. Auch CIA finanzierte Forschung wird da besprochen. Vielleicht findest du ja dabei etwas: http://wikileaks.org/wiki/On_the_take_and_loving_it Geht aber wohl eher um Foltermethoden. (Dass Wissenschaftler sich für soetwas weggeben, echt unbegreiflich.)

  4. Aber wie ist es denn damit: Jemand, der beim MIT an diesem Projekt arbeitet, kommt Ende Dezember zum Congress und spricht darüber. Die machen wohl so ungefähr dasselbe, was Craig Venter kommerziell macht, nur open source. Die haben da auch einen Wettbewerb: International Genetically Engineered Machine Competition iGEM 2007. Klingt ganz spannend, wenn du mich fragst.

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