Gegen das Vergessen dokumentiert:Hate crimes
Auch dieses Jahr war der CSD schön und bunt und ausgelassen. An den Tagen solcher Feierlichkeiten kommt kaum jemand auf die Idee, nachzufragen, warum man das eigentlich Jahr für Jahr macht. Für die Touristen der Stadt und sicher auch für die meisten Einheimischen ist es einfach nur ein exotischer Umzug, bei dem lustig (mehr oder weniger) angezogene Leute beiderlei Geschlechts sich mit einerlei Geschlecht zu möglichst lauter Musik vergnügen. Man vergisst so leicht, wie ernst das Anliegen ist, es sei denn man kommt an den versprengten Häuflein russischer und polnischer Teilnehmer vorbei, die sich nur außerhalb ihres Landes offen trauen können Flagge zu zeigen.
Ohne Frage, die Lage der Homo-, Bi-, Inter,- Sonstwiesexuellen hat sich über die Jahre sicher gebessert und man fragt sich, ob die folgenden Verlinkungen nicht nur dadurch zustande kommen, dass es eine erhöhte Aufmerksamkeit in der Gesellschaft gibt. Das eben die folgenden Dinge nicht mehr totgeschwiegen werden und “einfach nicht passiert sind”.
Wie bereits notiert haben sie ja in Uganda die Todesstrafe für Homosexualität eingeführt. Diese kann auch Leute aus dem Umfeld treffen sofern sie von der Homosexualität einer Person wissen und darüber schweigen. Kein Wunder, dass nun zur Hexenjagd geblasen wird und es die ersten grausigen Opfer gibt. Oder gibt es eine vernünftige erklärung, warum dieser junge Priester enthauptet und sein Kopf in einer Latrine gefunden wurde? Warum es in Rom immer aufs neue Angriffe auf Homosexuelle gibt und dann ausgerechnet in einer Tourigegend wie Trastevere? Warum in den USA homosexuelle Lehrer am unterrichten gehindert werden, aus Angst, sie könnten die Kinder anstecken? Warum die Jagd auf Homosexuelle im Irak unter den Augen des britischen und amerikanischen Sicherheitsapparates überhaupt passierne konnte?
Es sind Tropfen auf überheiße Steine, einen Artikel wie diesen zu lesen, wo ein homosexueller Cop einen Gay-Basher verhaftet oder diesen, in dem notiert wird, dass die intersexuelle Südafrikanerin wieder als Frau starten kann (wäre auch was zum Thema gendoping…das war ihnen diesmal vielleicht doch zu heiß, nachdem die Inderin aus dem letzten Jahr sich versucht hatte umzubringen)
BTW: Über die Proposition 8 und den Einfluß der Mormonen bei der Entscheidung gibt es jetzt einen Dokumentarfilm
Richtigstellung: Gerade erreicht mich die Nachricht, dass der in Uganda ermordete Priester keinesfalls schwul war. Ein geradezu ekliger Hoax, da er denjenigen in die Hände spielt, die behaupten, die Homosexuellen verbreiteten Lügen.


