Schwalbenschwatz

In einem der Hangars nisten Schwalben. Das an sich ist schon niedlich genug, denn während der Vorträge ist ein ständiges Ein- und Ausfliegen. Und des öfteren hat man das Gefühl, dass besagte Schwalben die Vorträge kommentieren. Gerade zum Beispiel läuft ein Vortrag zu Windkraftanlagen und ich habe das zweifelhafte Glück direkt unter einer sich putzenden Schwalbe zu sitzen. Die geschwätzig mit einer anderen tschilpt, die sich über dem Eingang niedergelassen hat. Während sich die beiden also vom draußen niedergehenden Regen befreien und Ihre Federn in Ordnung bringen hört man von vorn solche Dinge wie „…gibt es auch mit einem oder bis zu vier Flügeln“…“kann man die Überdrehung bei Windkraftanlagen direkt ausnutzen“. ‚jaja‘ hört man die Schwalben dazu scwatzen. ‚Flügel kenn ich. Menschen sind komische Wesen, so was in die Gegend zu stellen. Die machen uns Naturfliegern nur die Strömungen kaputt und sind laut. Nur wegen das, was sie *Strom* nennen. Sitzen da unten und hacken auf diesen schwarzen und weißen dingern herum, als gäbe es kein morgen.‘ Ja, recht haben sie. Trotzdem interessant und deswegen werde ich jetzt weiter zuhören. Derweil werden junge Schwalben gefüttert und ältere im Fliegen unterrichtet (’nee Du…so nicht…die Kurve musst Du anders fliegen, sonst kommst Du nicht an die Wand…‘)

4 Gedanken zu „Schwalbenschwatz

  1. Schwalben hab ich heute auch gesehen. In Cecilienhof. Drei junge sehr hungrige sich aus dem Nest reckende und eine gestreßte Frau Mama. Der amerikanische Gast sprach dazu, eine Freundin, die Stewardess sei, fühle sich durch Passagiere immer an junge Schwalben erinnert. Trotzdem großartige Vögel. Und erinnern einen immer an die Kassettendecke einer gewissen Alberti-Kirche in Mantova. Da wohnen die nämlich alle.

  2. aber noch mal zu Schwalben und Windkraft. Neulich hab ich gelesen, daß Fledermäuse besonders häufig in die Rotorblätter geraten, weil die ihr Echolotsystem offenbar nur zum Jagen, nicht aber für die Überwindung weiterer Strecken einsetzen. Und bei den Vögel sind besonders Greifvögel und hier aus irgendwelchen Gründen am häufigsten Rotmilane betroffen. Und dann waren da noch die Schweinswale und irgendwelche Oktopusse, die durch die Offshore-Parks gstört werden. Da gibt es offenbar noch jede Menge Forschungsbedarf.

  3. Stimmt. Und leider war der Vortragende ein ausgesprochener Lobbyist und tat so, als würde es die Probleme nicht geben. Stieß damit bei den doch recht technikverliebten Nerds auch auf großen Zuspruch. Nur haben die wenigsten von denen mal versucht, im Schattenbereich eines Windkraftparks zu wohnen und ob die aus dem Fenster sehen ist auch nicht so ganz klar.

    Jedenfalls war es ein wenig erbärmlich, mit welcher Ignoranz die Auswirklungen auf die tierische und menschliche Umgebung abgebügelt wurden, ich weiß nicht ob es offizielle Statistiken gibt, was in welchem Umfang betroffen ist?

    Ein positives scheint es aber zu geben: an den Offshoreplattformen bilden sich offenbar neue Riffe. Immerhin etwas.

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