Gödels Gottesbeweis

Es juckte mich in den Fingern, an gewisse Menschen meiner Umgebung mit einem hämischen und andere mit einem entschuldigenden Gesichtsausdruck einen Link folgender Überschrift zu schicken: „Computerprogramm bestätigt Gödels Gottesbeweis“ Ich hab es dann doch nicht gemacht. Ein paar Klicks weiter in die Materie zeigt, dass das an sich ein ziemlich alter Hut ist,  immerhin schon seit Anselm von Canterbury den ontologischen Gottesbeweis aufbrachte, und eben nur einen von drei möglichen Gottesbweisen (siehe Wikipediaartikel) darstellt. Und auch, wenn Gödel einen solchen Beweis erbracht hat, der mathematisch korrekt, bleibt die Kritik, wie in dieser Arbeit beschrieben, dass mit analogen Argumenten beliebige „vollkommene“ Wesen beweisen ließen. Was macht also die Arbeit Gödels so interessant, neben dem Strohfeuer, das es in der Presse gab? Vielleicht, die Art und Weise, in der der Beweis mithilfe einer KI nachvollzogen werden konnte, unter Implementierung von Logiken, die bisher bei einer KI nicht zur Anwendung kamen.

So long gibt es trotzdem nicht zwingend einen Gott. Sagen zumindest die Atheisten und schreiben das in zwei recht interessanten Artikeln. Die Empiriker unter uns werden beides vielleicht links liegen lassen und abwarten. Die Lösung könnte sich nach einem langen Leben voller Messungen von selbst ergeben.

3 Gedanken zu „Gödels Gottesbeweis

  1. Natürlich KÖNNTE sie das, wird es aber aller Wahrscheinlichkeit nach nicht tun 😉 Welchen Gesichtsausdruck hätte ich denn kassiert?

  2. Vielleicht beide. Ich fand ies jedenfalls überaus interessant. Und was sagt Albert Camus dazu: „Ich kenne niemanden, der für den ontologischen Beweis gestorben wäre“. Na, wenn das nichts ist.

  3. Hätteste aber zu früh geguckt ;).
    Ja, äh, was sagt uns das, wenn DAS das schlagendste Argument ist?

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