Work Life Bullshit…warum eigentlich beschäftige ich mich mit

Managementliteratur? Also so sah es zumindest aus, als ich mir das Buch von Thomas Vasek heruntergeladen habe. Gefolgt von anderen Büchern, von denen vielleicht unterwegs auch gesprochen wird, oder eben später.

Im Gegensatz zu dem in einem anderen Artikel angesprochenen Blogeintrag habe ich das Buch gelesen. Zweimal quasi, denn ich wollte nicht genauso enden, wie der Blogeintrag, den ich absichtlich nicht verlinke. Dabei: werte Autorin, mein Kommentar unter Ihrem Artikel haben Sie immernoch nicht moderiert. Aber nun zum Buch.

Die protestantische Arbeitsethik war durchdrungen von Selbstdisziplin und Askese. Dahinter stand eine im Grunde lebensfeindliche Haltung, die auf dem permanenten Aufschub von Belohnung und Genuss beruhte[…] Nicht viel besser ist…aber eine „hedonistische“ Arbeitsethik, die ausschließlich auf Spaß und Lustgewinn abzielt. Was wir heute brauchen, ist eine Arbeitsethik, die auf Verantwortung gründet.

Und das ist eigentlich genau das, worauf das Buch hinauswill, nachdem man sich einmal durch alle Theorien zu Arbeit und Arbeitsvorstellungen führen lässt, die von den Philosophen seit Erfindung der Disziplin aufgestellt wurden (und ist mitnichten ein Managementbuch, das war aber vielleicht besser so). So lernt man (als Nichtphilosoph), dass schon Thomas Morus Ideen zum bedingungslosen Grundeinkommen formuliert hat (Utopia), dass Marx eine ziemlich ganzheitliche (fast bohemiensche) Arbeitsvorstellung hatte und das gute Arbeit nicht durch rein finanzielle Aspekte definiert werden kann. Siehe oben. Dass man sich eine Arbeit als Praxis (das wiederum klingt fast wie Yoga) zu eigen machen sollte, es auf soziale Wertschätzung (beispielsweise von  Müll entsorgen, Putzen , und Fürsorge für Kinder, Kranke und Alte) ankommt und darauf, welches Bild man eigentlich selbst von seiner Arbeit hat. Dass sinnlose Arbeit Zeiterschwendung ist und dass ebendas uns Lebenszeit klaut. Das wir sozusagen einen neu formulierten Gesellschaftsvertrag brauchen. Natürlich kann man kommen und sagen, mit ein bisschen Nachdenken wäre man darauf auch schon gekommen. Ist man aber wohl nicht, sonst hätte man wohl selbst dieses Buch geschrieben. Hat man aber nicht.

Warum ich mich zur Zeit damit beschäftige habe ich natürlich nicht beantwortet. Aber mein hedonistisches Selbst, das derzeit äußerst vergnügt in die Tasten haut weigert sich in dieser Hinsicht das Pflaster vorm Mund wegzunehmen….

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