Politik: Dummheitsvermutung

Ich hab ja stellenweise echt lachen müssen in den letzten Monaten: Da haben wir jetzt also eine neue Familienministerin. Sogar eine promovierte, wenn auch der Sueddeutsche-Artikel zu ihrer Promotion mich hat in größere Lachsalven ausbrechen lassen.Verzweifelte. Welcher Doktorand in D kann schon von sich behaupten, ein komplettes Büro zu haben, dass einem zuarbeitet, die fragebögen auswertet, die Arbeit ediert und so weiter. Wer hat schon einen Partner, mit dem jeder einzelner Satz besprochen werden kann. Und dann hat diese Doktorarbeit nach 5 Jahren den theatischen Umfang einer Semesterarbeit eines durchschnittlichen Studenten mit einem ähnlich dämlichen Thema („Gerechtigkeit als Gleichheit? Eine empirische Analyse der objektiven und subjektiven Responsivität von Bundestagsabgeordneten“ (Bitte nicht kaufen. Kein Mensch kauft dDoktorarbeiten. Normalerweise bekommt man sowas in Unibibiotheken für umme))? Wenn es in den entsprechenden Wissenschaften immer so aussieht, braucht man sich nicht wundern, dass einige von Laberfächern sprechen. Tja. Herzlichen Glückwunsch Frau Ministerin, zu dieser herausragenden Leistung an Mitteläßigkeit. Das sowas mit einem Titel belohnt wird, ist für echte (ja, sie haben richtig gelesen ECHTE) Wissenschaftler eine Beleidigung.Tun Sie der Welt einen Gefallen Frau K. und verschweigen Sie ihren Titel. Sie wären damit in guter Gesellschaft, die Doktorarbeit unserer Kanzlerin gilt nämlich auch als verschollen. Die in der englischsprachigen Wikipedia angegebene ISBN-Nummer funktioniert jedenfalls nicht.

Man hat nicht nur wegen solcher Idiotien häufig das Gefühl, Politiker würden den Bürger für dumm halten. Und von dem medialen Interesse bezüglich Frau K. abgesehen scheint das auch der Fall zu sein. Oder hat jemand anders noch mitbekomm, dass das BKA offenbar an der Gewaltstatistik gedreht hat? Das das Parlament beschlossen hat, Reden inzwischen ungehalten zu Protokoll geben zu können (so dass der normale Bürger auch nur durch Nachfrage mitbekommt, was eigentlich hätte debattiert werden sollen)? Nein? dann bitte nachlesen und den alten Männern mit den Kugelschreibern zeigen, dass die Generation junger Menschen, die irreführenderweise als Internetgemeinde bezeichnet wird, sich sehrwohl für die Belange die sie angehen interessiert und sich nicht für dumm verkaufen lassen. Sie können auch mehr als bashen.

Ein Gedanke zu „Politik: Dummheitsvermutung

  1. wow … ich will auch ein büro und leute, die für mich arbeiten 🙂
    so leicht kann es sein einen doktortitel zu bekommen, wirklich toll. da muss man dann aber auch stolz drauf sein!
    wenn man 5 jahre lang 2-3 tage im monat an seiner arbeit schreibt plus die urlaubswochen kommt man insgesamt auf etwa 360 tage …
    wenn das man keine qualitätsvolle arbeit mit viel aufwand ist 😉

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