Reuters/Irak

Vor gut zwei Wochen stellte Wikileaks das Video eines US-Militärhubschraubers aus dem Jahr 2007 ins Netz. Zu sehen ist, wie scheinbar bewaffnete Irakis mit einer größeren Offensive aus der Luft bedacht werden. Wer das Video gesehen hat ist, wie auch in verschiedenen Medien berichtet wurde, Augenzeuge einer grotesken Fehleinschätzung geworden, die zum Tod zweier Reutersmitarbeiter führte. Bereits 2008 hatte Reuters versucht, an das entsprechende Material zu kommen, ist aber beim US Militär auf taube Ohren gestoßen. Interessanterweise ist die militärinterne Kopie des Videos zur Zeit nicht aufzufinden, was die leise Frage in den Raum wirft, ob sie überhaupt 2008 dort vorhanden war. Man will ja niemanden der Lüge bezichtigen. Die Frage, die sich zur Zeit bei Reuters stellt ist: Wie ernst meinten sie die Anfrage 2008? Der Gawker schreibt, das Reuters sehr schnell versucht hat, sich des Problems zu entledigen, indem man es ignoriert. Wer will, kann herauslesen, dass sich Reuters nicht um einheimische Mitarbeiter in Krisenregionen kümmert, weil es eben „nur“ Einheimische sind. Das und die Anbiederung an das U.S. Militär wäre fatal, denn es ist nicht der erste Vorfall, in dem einheimische Reuters-Journalisten für Gegner gehalten wurden. Ein bischen Reflektion wäre von beiden Seiten angebracht.

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