Mensch und Maschine

Neulich vergaß ich mein Essen über einer Diskussion, ob es irgendwann eine KI gibt, die man mit einem Menschen vergleichen kann, die Träume und Emotionen hat, ob Mensch und Maschine immer getrennt bleiben werden oder und das glaube ich ja, der Weg in Richtung Verschmelzung von Mensch und Maschine gehen wird. Hier mal einige links zu bereits bestehenden Beispielen: Das Cochleaimplantat, das Retinaimplantat, der Typ mit der Kamera im Auge, das Exoskelett, Fingerprothesen, mit denen man jonglieren kann…

Inzwischen gibt es auf dem Markt unglaublich viele Beispiele, die offensichtlichsten vielleicht bei den Paralympics sichtbar, wo mit den dortigen Beinprothesen Geschwindigkeiten erreicht werden können, von denen „normale“ Körper nur träumen. Also meine These: Wenn es einen Vorteil für die Verschmelzung von Mensch und Maschine gibt, dann wird auch gesunden Menschen irgendwann eine Anwendung angeboten werden. Zum Beispiel um Sprachen zu sprechen, ohne erst den Umweg über mühsames Lernen zu gehen. Ideen dazu gibt es seit Adams (Babelfisch) und Gibson (Chipschnittstelle). Zum Beispiel um einen Zugriff auf Datenbanken zu haben, ohne auswendig lernen zu müssen. Genug Menschen betrachten ja inzwischen ihr Smartphone als externes Hirn, das sie schnellstmöglich auf Stadtpläne, Hintergrundinformation, Zeiten und Orte zugreifen läßt. Der Schritt von dem zur Googlebrille zu einer direkten Vernetzung ist nicht so weit entfernt, wie man denkt, Kakerlaken lassen sich inzwischen gut verkabeln und ja: fernsteuern. Wo wir beim Problem wären, das neben der ständigen Überwachung zum tragen kommen könnte: Wer schützt den Anwender davor, ferngesteuerter Sklave anderer zu werden, wenn er doch eine Schnittstelle ins Netz (oder zu einem Chip) haben wird, die einen externen Zugriff erlaubt? Man denke nur an die allgegenwertigen virenverseuchten USB-Chips. Nicht auszudenken, was mit UNS geschehen würde! Das würden sicher mehr als einige schreien. Ich glaube trotzdem, dass der weg letztlich in diese Richtung weist und – to cross the bridge, when we come to it- es ist ja nicht ausgeschlossen, dass es auch eine Möglichkeit geben wird, seine Persönlichkeit gegen technische Angriffe von aussen zu schützen.

Mach mir den Leonardo

Immer, wenn man auf diesen Camps ist, kommt einem mitten in der Nacht, wenn man sich schlaftrunken in den Schlafsack rollt in den Sinn, wie doof es doch ist, auf Schlaf so angewiesen zu sein. Schließlich, so hat man gehört, haben die großen Geister von da Vinci bis Tesla auch wenig Schlaf gebraucht, beziehungsweise: Polyphasisch geschlafen. Ich selbst, eher Freund eines gepflegten Mittagsschlafes habe das nie ausprobiert, aber wie gesagt..auf solchen Camps, wo ein Großteil des Lebens nach Einbruch der Dunkelheit stattfindet….

Dann liest man allerdings Seiten wie diese oder das
Followup und stellt fest, dass sich die Theorien dazu zwar ziemlich gut anhören, aber in der Realität nicht durchzusetzen sind. Zwar kann Zeit gewonnen werden, dies aber auf Kosten verfügarer Konzentration und Kreativität. Letztlich ist es so, dass man nicht aus seinem Chronotyp kommt: Weder die Phasen, nicht der Rhythmus sind beliebig verschiebbar, der Körper tut sich schwer mi der Adaption und eigentlich funktioniert das alles nicht.

Dabei findet man nebenher auch heraus, dass wahrscheinlich ein gut Teil der propagierten prominenten Beispiele polyphasischer Schläfer erfunden sind…die meisten waren, soweit man das schließen kann entweder biphasisch (Nachtschlaf und Siesta) oder Ausnahmen, die auch unter größten Schlafdefiziten funktionieren konnten.

Dann eben doch: Blöde Biologie. Aber immerhin wissen wir das jetzt. Aus uns wird kein Leonardo (und auch be dem war das wahrscheinlich erfunden).

Sprache und Gestik

In einer Studie mit Schimpansen wollen Wissenschaftler Beweise dafür gefunden haben, dass sich die gesprochene Sprache aus der gutturalen Begleitung von gestikulierter Kommunikation entwickelt haben soll. Ziemlich interessante Studie, sieht man doch auch bei Gehörlosen zur Bekräftigung bestimmter Sachverhalte mitunter eine vokale Begleitung der Gebärdensprache (Ist das mal näher untersucht worden? Ist das ein eher gesellschaftlich determiniertes Phänomen?)

Zu lesen hier.

Außerdem viele Artikel, die ich noch nicht gelesen habe, gefunden auf der Suche nach geeignetem Bildmaterial

Zeit zum lesen

Untertanenfabrik? Ach wo!
ein Essay von Stephan Leibfried über den Nutzen eines starken Staates. Insbesondere hinsichtlich marktwirtschaftlicher Aspekte interessant, politisch kann man sich vielleicht zur Zeit mit dem Autor streiten, ob uns der Staat tatsächlich Demokratie garantiert oder nicht aufs Gegenteil hinarbeitet.

Rächer der Kopierten
Ein Artikel von Wolfgang Luef über den „Plagiatsjäger“ Stefan Weber. Hat was. Offen bleibt allerdings auch hier dei fragestellung, ab wann man eine „Umformulierung“ eines textes noch als Plagiat bezeichen kann. Zumindest aber ein freudiger Text für alle Plagiatgeschädigten.

die Freude am Unregelmäßigen
ist ein Gespräch von Stefan Klein mit dem Chemienobelpreisträger Roald Hoffmann über Chemie, Schönheit, Poesie und Wissenschaft.

die Erben Linnés auf der roten Liste
von Matthias Glaubrecht betrachtet den Rückgang der Biosystematik in der deutschen Biologielandschaft und deren fatale Konsequenzen.

Schöne Bescherung im Biologieunterricht
Josef Joefe schreibt über das Überschwappen des Kreationismus nach Europa. Wunderbar:
„Wenn Gott gewollt hätte, dass wir Glauben und wissen miteinander vermischen, hätte er uns nicht vom Baum der Erkenntnis naschen lassen. So steht´s jedenfalls in der Bibel.“

Die Affen der Lüfte
beeindruckender zusammenfassender Artikel von Mathias Plüss über die Intelligenz von Raben.