Schwarmintelligenz

im Newyorker wettert Philip Roth gegen Wikipedia, weil selbst er als Autor nicht als verlässliche Quelle zusätzlicher Informationen zu seinem Werk gelten darf. Das wirft ein Problem auf, mit dem sich also nicht nur die deutschsprachige Wikipedia herumschlägt (dabei schreiben die, die gute Sachen schreiben wollen eh schon längst in der englischsprachigen): Korrekturfunktion und Quellenangabe. Neulich beim Chor haben wir genau darum ebenfalls gestritten, denn es soll irgendwann einmal in der wikipedia ein guter Artikel über unseren Verein erscheinen, die Frage stellt sich allerdings: Wie lange darf der dort drinnen sein, ohne, dass die Schwarmintelligenz wieder zuschlägt und den Text solange verändert, bis etwas völlig anderes herauskommt? Will man sich angesichts dieser Problematik dann überhaupt die Arbeit machen, dort was zu ändern? Nun, zum Glück habe ich gerade keine Zeit und der Artikel dort wird sich nocht gedulden müssn. Aus der Welt ist das Problem allerdings nicht, denn wenn wir als Verein nicht als verlässliche Quelle gelten dürfen, wer dann?

Post-Penderecki

Das Großprojekt. Endlich, nach anderthalb Stunden, hört den Schlußakkord verklingen, denkt sich gerade noch „geschafft?“ und wundert sich bereits, dass es schon wieder vorbei ist. Penderecki hört man in Berlin nicht alle Tage und (Eigenlob stinkt, aber was solls) allzu schlecht waren wir nicht. Die Zusammenführung der beiden großen Laienchöre Berlins unter einem Dirigat war von Erfolg gekrönt, denn Orchester, Solisten und auch das Publikum schienen zufrieden. In der Presse gab es immerhin zwei Rezensionen (die vom Tagesspiegel ist zugegebenermaßen ein bischen kurz) und letztlich kann man ganz zufrieden sein.

Interessant ist, was bleibt: Jedesmal, wenn eine Frauenstimme in der Straßenbahn kichert zählt man automatisch Triolen und vervollständigt die Linie nach oben oder unten. Auf dem Fahrrad singt man statt der üblichen Standards Freejazz. Kleine Terzen sind plötzlich ein echtes Problem, komischerweise sitzen die Tritoni nun wunderbar. Und wenn mehrere Autos gleichzeitig hupen finden wir, es wäre doch ein schöner Cluster, der so gut zum nebligen Novemberwetter passt.