tun als wär man wer

Jedes Jahr schaue ich mir Bilder vom tweedrun an, gehe das eine oder andere Mal zur Bohème Sauvage und überhaupt…wäre man nur ein paar Jahrzehnte früher geboren (in der entprechenden Gesellschaftsschicht versteht sich), man hätte ja so stilvoll leben können. Bis man sich wieder nach fließend warmem Wasser und Innenklos sehnt und die Vorzüge des Internets und des eigenen technisch und wissenschaftlich modernen Jobs nicht genug einschätzen kann. Trotzdem und wie es in Midnight in Paris heißt, für ein paar Stunden wünscht man sich in diese Zeit zurück. Manchmal, in schwülen Sommernächten in der großen Stadt. Und weil das aber nicht geht, gibt es schöne Nachbauten. Räder und Anzüge. Was man so braucht für das nächste Picknick.

PS ein paar Wochen später:
Manche Artikel treffen es einfach.

Radfahren im Winter

Irgendwie ist es lausekalt in der Stadt und Schnee liegt außerdem. Eigentlich Gelegenheit (wenn man kann) zu Hause zu bleiben und zu lesen, was seit Monaten dazu auf einem Stapel liegt. Stattdessen muss man aber trotzdem raus, in überfüllte Bahnen und Busse, denn zum Fahrradfahren liegt einfach zu viel weißes Zeug draußen. Zumal in Berlin grundsätzlich radwege nicht geräumt werden und bereits im Dezember das Streugut alle war. Trotzdem, ein wenig denkt man sich schön wäre es doch, denn die Straßen sind erstaunlich leer (zumindest zu gewissen unchristlichen Zeiten). Bleibt das Problem der Glätte. Wie komme ich also auf dem Alupferdchen durch den Winter, ohne mir alle Knochen zu brechen?  Immerhin, das Netz scheint einige Hinweise zu geben.

Wobei ich mir nicht sicher bin, wie gut das mit den zip-ties funktioniert…wie soll man da bremsen, ohne sich dieselben zu versauen? Ein besseres Manuel scheint es auf der Seite zu geben. Gespikete mäntel sind soweit klar, ich hab mir von einem sagen lassen, dass er seitdem wieder Vertrauen zum befahren von Eisflächen in Berlin (genannt Straßen) hat…nur dumm, dass sich derselbe beim radfahren das Schlüsselbein gebrochen hat, denn auch wenn er nicht schlingert, gibt es immernoch Straßenbahnschienen und verantwortungslose Autofahrer mit Sommerreifen.

Vielleicht vieleicht…mal sehen. Als Brillenträger kommt ja auch noch dazu, sich möglichst dick einzupacken (auch gesichtswärts), ohne dass die Gläser ständig bechlagen sind…die letzte Aktion dieser Art endete eher unangenehm an einem Poller neben dem Radweg, der irgendwie stärker war, als mein Knie…also wer weiß, ob ich hier noch Radfahre.

MacGyver, Kowloon, Fahrräder, Worte retten

Ohne Überleitung aneinandergeheftete Notizzettel:

Als wir damals jung waren, haben wir immer ein Schweizer Taschenmesser haben wollen. Weil MacGyver auch eins hatte und immer alle
Probleme damit lösen konnte.

Ein Wikipediaartikel zu Kowloon City, die in ihrer Ästhetik sehr an die Bücher William Gibsons erinnert. Wo ist Chiba?

Da fuhr neulich ein Typ mit einem 80 Jahre alten Fahrrad neben mir her und gab mir diesen Tip.

Die Times schreibt einen Artikel zur Rettung schöner Worte
Artikel

Spaß mit der Bahn: Fahrräder

Unistadt Berlin, Unistadt Potsdam…wer Student in der Region ist, wird die Möglichkeit zu schätzen gelernt haben, dass einem als Student der jeweiligen Unis mit dem Semesterticket auch die Nutzung der Regionalexpresse im VBB möglich ist. Zumal man  30 min spart, wenn man von Potsdam mit dem RE nach Berlin fährt und nicht mit der S-Bahn. Alle vier großen Universitäten der beiden Städte haben mit dem VBB eigene Verträge abgeschlossen, was die Beförderung der Studenten, meist nebst Fahrrad, Kindern, Hund ect. angeht. Nun allerdings läuft es in der Potsdamer Uni seit 2007 offensichtlich anders, den dortigen Studenten ist es anscheinend nunmehr verboten, die RE1 zur Beförderung ihrer Fahhräder zu nutzen. Großartig, wenn man bedenkt, dass man in der Gegend eben genau mit der Kombination Bahn Fahrrad eben doch am schnellsten am Ziel ist. Das hatte zur Folge, dass mich eine unglaublich angepisste freundliche Schaffnerin neulich darauf aufmerksam machte, dass ich doch jetzt 40 Eus zu löhnen hätte, weil ich nebst Fahhrad im RE1 um 8.30 stand. OK?! Wie jetzt? Die Antwort hieß, nach den neuen Verträgen sei es mit als Student doch sowieso verboten, den RE1 in der Zeit von 6-16.00 unter der Woche zu nutzen, sofern ich ein Fahrrad mitnähme. Wie schön nur, dass die Berliner Unis da sowieso nicht mitmachen, offenbar aber alle Studenten der Region in einen Topf geworfen werden (ok…DAS ist nunwieder verständlich, wer kann sich schon die Ausweise der Unis und Fachhochschulen merken, nebst den Vertragsrichtlinien, die damit zussammenhängen?). Was mich hier wundert: Was passiert eigentlich, wenn man mit dem Semesterticket seine Person und einem Fahrradticket sein mechanisches Nutztier passagiert? Wird das Fahrrad dann rausgeschmissen, obwohl es nach geltenden Vorschriften des VBB fährt? Der schreibt auf seiner Seite dazu, dass die Beförderung von Fahrrädern und anderen Gegenständen dem Urteil des Zugbegleiters gemessen nach der aktuellen Verkehrssituation unterliegt. Das ist verständlich, wiewohl man zugeben muss, dass diese Kombination für viele Studenten die einzige Möglichkeit vernünftigen Erreichens des Studienstandorts darstellt. Das diese Regelung offensichtlich auch nicht an der Potsdamer Uni kommuniziert wurde (O-Ton eines weiteren Fahrradfahrers, der neben mir sein Fahrrad zu stehen hatte) ist einfach nur schlecht. Dass es offensichtlich auch seitens des VBB keine Aufklärung weder des eigenen Personals (welche Uni) oder der Kunden stattfand, kann man nur als dreist betrachten. Resultat: Verärgerte Kunden, noch genervteres Personal (und dabei dachte man, es gäbe irgendwo vielleicht einen Maximum)

Daher hier nochmal der Hinweis, solltet Ihr einem Bahnangestellten gegenüberstehen:
1. Seit dem Semseterticketvertrag 2007 können Studenten der Uni Potsdam kein Fahrrad kostenlos mehr in die RE1 mitnehmen (über Fahrradtickets wird nichts gesagt)
2. Diese Regelung gilt nicht für die Berliner Unis (FU, TU, HU)