Dresden ex Weltkulturerbe

Sehr traurig. Gut beschrieben hier und das pdf mit dem Gutachten dazu ist hier einzusehen.

Im Fazit des Gutachtens (S105-107) heißt es:
„Die vorgenommenen Sichtfeldanalysen zeigen, dass der „Verkehrszug Waldschlösschenbrücke“ durch seine Situierung am „Scheitelpunkt“ des Elbtalbogens an einer für die räumliche Wahrnehmung dieses Landschaftsraums sehr sensiblen Stelle geplant ist. Momentan besteht aus „Fußgängerperspektive“ beim Durchqueren des Talraums ein
zusammenhängender Landschaftsraum, dessen visuelle Qualitäten im wesentlichen auf zwei Faktoren basieren: Einerseits setzen sich aus dieser Perspektive die Elbwiesen als charakteristisches Element des Landschaftsraums kontinuierlich fort, so dass trotz der Talkrümmung immer ein optischer zusammenhang besteht, der sich sequentiv 106 zum Gesamtraumerlebnis addiert. Andererseits sind beim Durchqueren des Talraums die bestehenden Landmarken und Dominanten, beispielsweise die Elbschlösser oder
die Stadtsilhouette der Innenstadt, von zentraler Bedeutung. Sie treten durch die Krümmung des Elbtals sukzessive ins Blickfeld, wodurch beim Beobachter ebenfalls der Eindruck eines zusammenhängenden Raumkontinuums entsteht. Im Falle einer Realisierung des Brückenbauwerks des Verkehrszugs wäre die Kontinuität dieser visuellen Wahrnehmung an verschiedenen Stellen nicht mehr gewährleistet, wodurch er aus dieser Perspektive optisch in zwei Hälften getrennt wird.“

Und weiter in der Begründung für die Empfehlung:
„1. Die Waldschlösschenbrücke reiht sich nicht in die Kette der Dresdner Stadtbrücken ein.[…]
2. Die Waldschlösschenbrücke verstellt einige in der Geschichte wie im heutigen Stadtalltag wichtige Blickbeziehungen auf die Silhouette Dresdens wie auf das Elbtal.[…]
Entscheidend für die zusammenfassende Stellungnahme ist jedoch aus Gutachtersicht die dritte Feststellung:
3. Die Waldschlösschenbrücke zerschneidet den zusammenhängenden Landschaftsraum des Elbbogens an der empfindlichsten Stelle und teilt ihn irreversibel in zwei Hälften. […]

Denkmalpflege: Paulinerkirche in Leipzig

Sachsen ist (und nicht zu Unrecht) nach der Wende für seinen größtenteils überlegten Wiederaufbau vernachlässigter Kulturdenkmäler oftmals gelobt worden. Allerdings fragt man sich nicht nur wegen der Affäre um die Waldschlösschenbrücke in Dresden, wie lange das Land sich diesen Ruf wohl noch erhalten mag, wenn man sich mit einigen Fällen eingehender beschäftigt. Wie zum Bsp. wenn man einige Kilometer nordwestlich nach Leipzig schaut. weiterlesen…