Jaja, aus Fehlern wird man klug…

Es ist ja kein Märchen, dass man beim Erlernen neuer Sachen keine Perfektion an den Tag legen kann, solange man die Grundbegriffe noch nicht beherrscht. Trotzdem schleicht sich der fiese Perfektionismus immer wieder gerne mitten in den Lernprozess und verlang an den unmöglichsten Stellen ein höher, schneller und weiter von uns, ohne Rücksicht darauf, dass man eben nicht wie in Limitless nach 4 Tagen schon Klavierspielen kann. Aber letztendlich ist es ja auch so, dass wir es meist nicht anders mitbekommen haben, denn was wird denn in der Schule oder auch anderswo belohnt: schnelles Adaptieren von vorgegebenen Vorgängen, am besten die perfekte Sofortkopie. Am besten das „mach doch mal schnell “ …(irgendwas, das man zum ersten oder zweiten Mal macht, aber irgendjemand anders in der Gruppe etabliert hat)…

Nun ist es aber auch wissenschaftlich verbrieft, dass Fehler nicht nur zum Lernprozess dazugehören, sondern innerhalb dieses essentiell sind, Es ist nur eine Frage dessen, wie man damit umgeht. Fehler zu machen und dann noch einmal die gleichen ist nicht zielführend,aber sich an bereits gemachte Fehler erinnern und die Lösungsstrategie entsprechend anpassen funktioniert tatsächlich. Es dauert anfangs etwas länger, spart aber später Zeit, wenn man genug gelernt hat. Schade nur, dass es damit in unserer Gesellschaft nicht weit her ist, die ja, siehe oben, gern Sofortperfektionismus praktiziert. Kein Wunder, dass dann Ergebnisse oder überhaupt Protokolle validiert werden können, egal was der zitierte Artikel hochtrabend von Wissenschaftlern behauptet.

Heute schreibe ich eine Bewerbung

Das war der Plan, dazu habe ich mich an den Schreibtisch gesetzt. Keine 5 min später… und ich sitze wieder von Youtube und lasse mich berieseln. Zum Glück bin ich auf dieses Video gestoßen:

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=Lp7E973zozc[/youtube]

Lassen wir mal den Werbeteil und die Tatsache weg, dass der Vortrag unglaublich agressiv vermittelt (sagte ich nicht, wir lassen den Werbeteil weg…also nochmal auf Anfang), ganz davon abgesehen, das sich Mel Robbins wie eine Nanny für Erwachsene zeigt, steckt hier doch einiges darin, was nicht nur so auf theoretischer Basis interessant ist, sondern mich immerhin wieder zum Schreiben eines kurzen Eintrags brachte.

In aller Kürze ist es das:
1. Fang an.
Was Du nicht innerhalb von 5 Sekunden tust, tust Du nicht. Das kann natürlich auch von Vorteil sein, wenn man sich dazu bringen möchte, eben genau eine Handlung zu lassen (zum Beispiel Youtube zu klicken anstatt nach den Informationen zu suchen, die man eigentlich benötigt). Generell geht es aber hier eher darum, Aktionismus zu zeigen und das zu tun, was man sonst wieder aufschieben würde. Anfangen ist der Schlüssel überhaupt dazu, etwas gebacken zu bekommen.
2. Was Du wirklich willst, weißt Du.
Denkst Du zu sehr nach, kommen die Zweifel, das Umfeld, der ganze politische Rattenschwanz.
3. Getting what you want is simple, but not necessarily easy.
Dinge, die ich auf Deutsch nicht schreiben will, weil es im Deutschen nicht so griffig ist.
4. Du bekommst, was Du willst.
Gibst Du Dich zufrieden (I am fine), bekommst Du auch nur mittelmäßiges.

Das Ende vom Lied: Dieser Blogartikel.

Das geht?

Menschen, die wenig mit Mathematik zu tun haben, lieben es ja, wenn sie Süßigkeiten präsentiert bekommen, die sie zumindest glauben zu verstehen und mit denen sie bei der nächstbesten Gelegenheit auftrumpfen können. Warscheinlich wird das einem vernünftigen Wissenschaftler nicht mehr als ein müdes Gähnen entlocken, aber natürlich war ich überrascht, erstaunt und begeistert, dass sich mit einem Satz sowohl die Quadratur des Kreises, als auch diese biblischen Essensvermehrungen erklären lassen: dem Satz von Banach und Tarski (Warschau 1924). Der besagt, dass wenn man das Auswahlaxiom gelten läßt (dessen Definition ich zugegebenerweise nun echt nicht verstanden habe), es möglich ist mit er gängigen Definition von Punktmengen aus einem bestimmten Volumen durch Zerlegen dieser ein weiteres, gleich großes zu erzeugen. In gewissen Grenzen ist das auch auf Flächen überträgbar, weswegen dann logischerweise auch ein Kreis sich ein Quadrat gleichen Flächeninhalts zerlegen läßt.

Zum Glück (denn dann würde man immer das Doppelte bekommen, wenn man was kaputt macht…man denke nur an Polterabende und die unendlichen Mengen an schrecklickem Geschirr, die man erzeugt) scheitert das, was in der Mathematik funktioniert an den physikalischen Gegebenheiten.  Das Manko mit dem steinreich werden läßt sich vielleicht verschmerzen, für alle Fälle gibt es ja immernoch genug andere Möglichkeiten Gold herzustellen (nuja).