Antibiotika aus Insekten

In Zeiten, da es in Kliniken immer wieder zur Entwicklung multiresistenter Keime kommt fragt man sich unwillkürlich, wenn man das nicht schon verhindern kann, wie weit eigentlich die Forschungslandschaft mit der Entwicklung alternativer Antibiotika ist. Bekannt war bis bisher vor allem, dass neue Antibiotika in Pilzen entdeckt werden, was naheliegt, da die bisher verwendeten ja ebenfalls aus diesem Zweig der Lebewesen stammen. Neu war mir, dass man zunehmend auch anhand von Insekten neue Wirkstoffe generieren kann, und nicht nur reine Antibiotika. So finden sich zum Beispiel auf den Flügeln einiger Fliegenarten Strukturen, die so spitz sind, dass sie Bakterienwände punktieren und damit Bakterien zerstören können. Eine mechanische Alternative zur Oberflächenbeschichtung, wenn man an entsprechenden Stellen nicht mit Antibiotika oder ähnlichem arbeiten möchte. Man kann sich in dem Zusammenhang zumindest neues Laborequipment vorstellen, bei dem man davon befreit ist, ständig mit der chemischen Keule zu agieren, nur um diese keimfrei zu halten.

Eine kurze Einführung zum Thema Antibiotika aus Insekten findet man unter anderem in einem kleinen Video der deutschen Welle, in dem eine Gruppe aus Giessen vorgestellt wird, deren Forschungen zu potentiellen neuen Antimalariamitteln führen könnte.In der Pubmed gibt es unter dem entsprechenden Suchbegriff immerhin schon mehr als 20 Publikationen, unter anderem mit Forschungsergebnissen aus Küchenschaben und Heuschrecken. Ich bin gespannt, wie sich das Feld dieser Forschung in den kommenden Jahren weiterentwickelt.

HeLa rechtliches

Ein Beispiel, was für Absonderlichkeiten in der medizinischen Forschung passieren können. Aus dem Ursprung von Helazellen, aus der Patientin von der die Zellen stammen ist nie ein Hehl gemacht worden, wir haben hier also eines der seltenem Beispiele von personalisierter Datenerfassung. Nun gibt es allerdings Erben dieser Frau und diese hatten ja bereits erfolgreich auf eine Entschädigung geklagt, dabei war in den 50/60 die Entnahme von Proben zur Forschung ohne Frage um Einwilligung seitens des Patienten gang und gebe. Jetzt mit der Durch Sequenzierung des menschlichen Genoms ( auch von Hela Zellen existiert eine vollständige Karte) geht der Entschädigungsstreit in eine neue Runde, denn die Erben befürchten Nachteile für ihre eigene medizinische Beurteilung und Einschätzung, weil sie ja verwandt sind. Ergebnis: Von der NIH bereitgestellte Informationen dürfen nur noch unter Einschränkung verwendet werden. Ganz toll gemacht. Was werde wohl die Erben von Watson, Center und co machen, da es hier ja ebenfalls eine komplette und komplett offen zugängliche Sequenzierung gibt?  link dazu