The likelyness of like

Ich war genervt und kurz davor zu explodieren. Seit fünf Minuten erklärte ein amerikanisches Mädchen einem anderen, wie es (hört, hört!) einen Eierkuchen zubereiten könne, unter Verwendung zweier Eier und einer Banane. Manchmal gibt mir die Schamlosigkeit der Lautstärke zu bedenken, in Touristen davon ausgehen, dass niemand in Berlin ihre Sprache spricht? Nun haben wir aber eine signifikante us-amerikanische Minderheit in den Szenebezirken der Stadt. Dann kommt man in den Genuss von Dialogen, die zum größten Teil aus „like“, „kinda“ und „i mean“ sowie „actually“ und einer Ansammlung marodierender Ausrufe-und Fragezeichen bestehen. Ich hab einige Wochen verstreichen lassen und endlich einmal nachgeschlagen, was es damit auf sich hat. Gestoßen bin ich in der allwissenden Müllhalde Wikipedia auf einen Artikel zum „Valleyspeak“ (in der englischen Variante gibt es auch Verlinkungen zu anderen Slangs).

Sprache und Gestik

In einer Studie mit Schimpansen wollen Wissenschaftler Beweise dafür gefunden haben, dass sich die gesprochene Sprache aus der gutturalen Begleitung von gestikulierter Kommunikation entwickelt haben soll. Ziemlich interessante Studie, sieht man doch auch bei Gehörlosen zur Bekräftigung bestimmter Sachverhalte mitunter eine vokale Begleitung der Gebärdensprache (Ist das mal näher untersucht worden? Ist das ein eher gesellschaftlich determiniertes Phänomen?)

Zu lesen hier.

Außerdem viele Artikel, die ich noch nicht gelesen habe, gefunden auf der Suche nach geeignetem Bildmaterial

Hammurabi

Ich habe das Bücherregal umgeräumt und dabei sind mir einige alte Bücher in die Hand gefallen, mit denen ich viel Zeit verbracht habe, weil sie einen so über den Tag schleppen können. Dazu gehört sicher Neal Stephensons „snow crash„. Unter anderem ist dort die schöne Idee drin, dass Enki Hammurabi die Herrchaftssymbole „0“ und „1“ gegeben haben soll…also die Grundlage binärer Kodierung. Naja. Aber eine schöne Idee ist es doch. Die „School of oriental and african studies“ der Universität London jedenfalls haben jetzt einen Teil des Hammurabicodex eingelesen. Zum nachhören. Auch schön.

Zweierlei interessantes

Es wortet und leider stellt man immer dabei fest, wie wenig man eigentlich weiß, selbst wenn man sich brüstet ziemlich firm zu sein.
Als Einleitung vielleicht das:

Stephen Fry Kinetic Typography – Language from Matthew Rogers on Vimeo.

Das Englische ist schon was. Eine Freundin beschrieb es so: Alle Sprachen werden einfacher, wenn man sie studiert. Nur das Englische wird komplizierter. Sehr passend dazu dieser Link, der auf den Punkt genau beschreibt, wo das Schwierige im Englischen ist: Wortneuschöpfungen aus der Lameng und eine sagen wir kreativ zu gebrauchende Grammatik, in der vieles, was im deutschen logisch abzuleiten ist im Englischen aus dier Luft zu zu greifen und zu kombinieren ist…man muss es eben lernen, nicht begreifen.

Dagegen kommt einem der heimatliche Metrolekt doch natürlich viel einfacher vor. Schon interessant zu sehen, dass man doch auch hier nach Regeln spricht, auch wenn es der geneigte Trottoirrüpel vielleicht nicht wahrhaben will und sich unglaublich frei vorkommt, wenn er nach dem heimatlichen Kiez spricht. Vielleicht sollte man dazu übergehen, die Besonderheit (und Seltenheit) der eigenen Mundart herauszustellen, wenn man in gesitteteter Gesellschaft wegen seiner ungehobelten Sprache angezählt wird (denn man solle doch Hochdeutsch sprechen). Wer ahnt denn, dass man bewusst Geschichtspflege betreibt? Schon allein, um die Reste des Jiddischen in der metropolen Alltagssprache zu erhalten? Man kann es natürlich auch exzessiver beteiben und es gleich richtig lernen.

Anglizismen in der Biowissenschaft

Das leider nicht ganz online zu lesende Gespräch mit Herrn Hoberg (letzte FAS) hat mich wieder auf ein Thema gestoßen, dass ich irgendwann schonmal im Affekt einer Grübelei über dem langen Text der noch fertig zu machen ist dazu verleitete, einen Artikel unter dem oben genannten Titel anzulegen. Anglizismen in der Biowissenschaft. Nachtijall, ick hör Dir trapsen, welche Studenten haben sich nicht neben mir die Zähne daran ausgebissen, „Laborjargon“ in ordentliches Deutsch zu übersetzen. Leider mit nur mäßigem Erfolg. Ich stimme Herrn Hoberg und meinem sprachlichen Korrektor insofern zu, als dass man als Wissenschaftler fähig sein sollte, einen Forschungsgegenstand in der eigenen Muttersprache zu erklären denn eigentlich kann man nur dann davon ausgehen, dass derjenige es auch wirklich verstanden hat. Die Ausrede, dass dieses oder jenes Ding, das man sich angeeignet hat eben nur auf englisch verfügbar war ist bei vielen nur eine Ausrede: Auf Englisch hört es sich eben meist viel attraktiver an, Fakten aufzuzählen. Wehe dem nur, der es wagt nachzufragen und bittet, in größere Zusammenhänge einzuordnen,da fehlen oft plötzlich die Begriffe (und eigentlich auch die Gedanken, ergo das Wissen). Also ja, auch wenn es schwerfällt und einem den letzten Nerv raubt, man sollte in der Lage sein, englische Fachbegriffe in den meisten Fällen durch deutsche (resp. andere Muttersprache) zu ersetzen. Das fällt auch ziemlich leicht, solange es entsprechende Übersetzungen gibt (ganz einfaches Bsp: DNA/RNA-DNS/RNS) oder man glycerol Glycerin schreiben kann. Aber was mach ich denn mit Worten, die im Englischen erfunden wurden? Der griffige Unterschied zwischen Knockdown und Knockout zum Bsp. ist ja, dass nicht nur die Unterscheidung von transienter zu konstitutiver Hemmung von Genen (Expression/Translation ect.) damit gemeint ist, sondern meist auch eine völlig unterschiedliche Methode. Knockdown: siRNA-vermittelt, konstitutiv- in einem Vektor und in die Zellen transfiziert oder sonstwie fürs transiente (vorübergehende) Hemmen. Knockout: geht auch über Vektoren. AAABER viel lieber wird, zumindest in niederen Organismen mittels Knockoutkassette oder gezielter Mutation an der entsprechenden Stelle das komplette Gen ausgehebelt und unbrauchbar gemacht. Nun schreib das mal genauso kurz wie Knockdown oder Knockout. Auch Scaffold proteine beschreiben etwas anderes, als Gerüstproteine/Hüllproteine, da es eigentlich um beides geht: Gerüst geben, um alle beteiligten Moleküle (zum Bsp die Elemente einer Signalkaskade) in räumliche Nähe zueinander zu bringen. Aber auch Hülle, da die Proteine eine Schutzfunktion ausüben. Griffiger bleibt das englische als Begriff, weil es beide Bedeutungen vereinen kann. Ich wäre jedenfalls nicht abgeneigt, bestimmte Begriffe ihrer herablassenden Bezeichnung als „Jargon“ zu entledigen und gleichberechtigt in die wissenschaftliche Sprache auch im Deutschen zu übernehmen. Weiter Beispiele herzlich willkommen.